Religionen und ihre zerstörerische Wirkung

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Die Schweiz wird heute wohl in einem grossen Teil der Welt durch den Kakao gezogen werden, und die Abstimmung ist auch für mich erschreckend. 60% Rassisten in der Schweiz? Oder doch nur 60% Idioten?

Oberflächlich geht es nur um das Verbot eines Turms, eines Turmes von denen wir in der Schweiz gerade mal 4 hatten, und die 4 sehen auch noch alle ganz hübsch aus. Das es aber nicht um Ästhetik bei diese Abstimmung ging war allen klar.

Die Emotionsgeladene Diskussion hat Ängste geschürt, und die Abstimmung wird die Situation nur verhindern. Auch wenn wir nicht gerade boykottiert werden vom Ausland wird die Situation sicherlich ungemütlich. Wenn der Effekt schnell und schmerzhaft ist werden sich die anderen Schweizer Bürger in ein paar Monaten vielleicht die Augen reiben und sich Fragen:  "was haben wir nur getan?"

Ein rein symbolischer Akt wird nicht nur symbolische Konsequenzen haben. Ob das Minarettverbot am Bundesgericht schon scheitert oder erst am EGMR ist heute noch nicht zu sagen. Theoretisch müsste das Bundesgericht diese Aufgabe ausfüllen, aber vielleicht schieben sie die Verantwortung einfach an eine Höhere Instanz ab.

Sich auf eine Höhere Instanz berufen ist das eigentliche Problem an dieser Angelegenheit, ob Christen, Muslime oder Juden sie berufen sich auf eine Höhere Macht und glauben natürlich dass sie was besseres sind. Ein Religionskrieg mitten in der Schweiz.

Mir wird häufig gesagt: aber heute sind die meisten Religionen doch harmlos. Nein sind sie nicht, das hat man gestern gesehen. Religionen sind hoch gefährlich. Sie brauchen keine Legitmation für Mord und Diskrimnierung. Der Islam diskriminiert Frauen, das macht auch die katholihsche Kirche und nun auch die Hüterin der Menschenrechte.

Viele der Abstimmenden wird nicht klar sein wie gross der Schaden ist den sie gestern angerichtet haben. Jeder der gestern Ja zum Verbot gestimmt hat ist verantwortlich für den Ansehensverfall der Schweiz. Nicht die Banker treiben die Schweiz in den Ruin, es sind blinde hasserfüllte Entscheide.

Vielleicht blicken wir in ein Paar Jahren zurück, vielleicht beschämt was gestern passiert ist, und man wird sich fragen: WIE konnte so etwas passieren?

Natürlich kann auch alles halb so schlimm sein, immerhin bricht auch China ständig die Menschenrechte, und keiner geht den Chinesen aus dem Weg. Die beschädigung des Rufs wird aber bleiben, und es waren wieder einmal die Religionen schuld.

Es ist sehr peinlich, dass wir immernoch einem Aberglauben aus der Broncezeit anhängen und uns damit bekämpfen. Ja es ist ein Kampf, auch wenn er nur auf dem Papier ausgeführt wird. Darum bin ich mehr denn je davon überzeugt das eine Aufklärung der Bevölkerung her muss welche diesen Aberglauben bekämpft. Wenn man eines aus der Abstimmung lernen kann, dann ist es die Bigotterie und Heuchelei der Christen die auch 500 Jahre nach dem Mittelalter noch nicht verschwunden ist.

Der glaube an eine Höhere Instanz ist die gefährlichste Waffe die die Welt kennt, und im Gegensatz zu Schusswaffen gibt es keine Prüfung welche man Ablegen muss um die Religion zu bedienen.

Ein klares NEIN zu Religion wird uns nach vorne bringen, nicht umsonst titeln einige Zeitungen schon "Die Schweiz ist hinter die Aufklärung zurück gefallen". Wie wahr, und wie traurig.

Comments

Das Volk hat entschieden

Zugegeben, ich bin über die Klarheit der Abstimmung erstaunt, und zugleich erfreut. Hingegen liessen uns die Initiativtexte auch keine eindeutige Pro/Kontra-Wahl abgeben, sondern nur so nach dem Motto: Im Prinzip schon aber… http://blog.swissbite.net/2009/11/das-volk-hat-entschieden/

Was hat denn der Turm mit Religion zu tun ?

Laut Koran, ist es nicht zwingend ein Minarett an einer Moschee stehen zu haben. Minarette sind nur Symbole, hauptsächlich Machtsymbole. Sie wurden früher gebaut, um bei Kriegen die Vereinnahmung von Land/Gebieten zu symbolisieren.
Und eine Moschee ist, im Gegensatz zu einer Kirche, kein reines Gotteshaus weil der Islam eben nicht die abendländische Säkularisierung durchlaufen hat.
Das macht die Sache wesentlich gefährlicher, weil hier klare politische und gesellschaftspolitische Indoktrination betrieben wird von in der Hauptsache Leuten, denen durchaus nicht an einem (friedlichen) Miteinander gelegen ist.
Wer, wie der kirchenpolitische Sprecher der Grünen, jetzt gleich wieder reflexhaft fordert, daß eigentlich "noch mehr Moscheen in die Innenstädte müssen", der hat entweder nix begriffen oder muß mal auf die Couch weil er irgendeinen Pseudo-Schuldkomplex der Kategorie "mea culpa, mea maxima culpa" auf dem Rücken anderer auszuleben gedenkt.
Ich persönlich nenne solche Leute lieber Vaterlandsverräter.
Wozu haben wir eine Demokratie, wenn am schluss eh keiner die Entscheidung akzeptieren kann ???
Wenn ich mir ein turm auf meinen Grund und Boden bauen will, bekomme ich auch keine Baubewilligung, und wir haben ja bereits 4 solche Minaretten in der schweiz, und Mosches auch, die sind ja auch nicht verboten.
 

apophis's picture

Ist dem so?

Auch wenn ich die Argumentation nun doch schon x-mal gehört habe ;) muss ich sie trotzdem nochmal drauf antworten, weil diese Argumentation ist so verdreht dass sie entlarvt gehört.

  • Ist es also auch keine Diskriminierung wenn alle Muslime einen Mond auf der Kleidung tragen müssen? Es steht ja nicht im Koran dass sie das nicht dürfen?
  • Ist es also kein Engriff in die Religionsfreiheit wenn ich den Christen verbiete Weihnachten zu feiern? Es steht dazu ja nichts in der Bibel.

Die Argumentation ist nicht haltbar. Ob dass im Koran steht oder nicht hat für dich hoffentlich keinen Unterschied. Religionsfreiheit muss unabhängig vom entsprechenden Heiligen Buch bestehen, und die Regeln müssen für alle Gleich sein. Das sind sie jetzt nicht. Es tangiert die Äussere Religionsfreiheit und das Diskriminierungsverbot.

Es gibt keinerlei Zweifel dass das EGMR diesen Artikel kippen wird. Und wer sonst, wenn nicht die höchsten Hüter der Menschenrechte in Europa soll dies entscheiden?

Schön, Toleranz der

Schön, Toleranz der Intoleranz? Die Schwachen verlieren heute immernoch genauso wie früher.